Interkulturelle Bildung: Lernen fürs Leben

Hallo!

Die letzten Tage vor der Veranstaltung am 07.05. 2014 >>> habe ich mich mit einer anderen zentralen Frage der Stiftung Mercator befasst: Welche Kompetenzen sollen jungen Menschen vermittelt werden, um sie auf die sich ständig wandelnde Welt vorzubereiten?

Die Unterschiede in den Denk- und Lebensweisen der Bevölkerung in Nord- und Südeuropa sowie in West- und Osteuropa sind bis heute zu spüren. Mit Blick auf die unterschiedliche Entwicklung und damit verbundenes geschichtliches und kulturelles Erbe der einzelnen europäischen Länder könnte sogar behauptet werden, dass es mehr gibt, was Bürgerinnen und Bürger der europäischen Staaten trennt als einFotoasstellung in Münstert. Man darf jedoch eine wichtige Tatsache nicht vergessen: Wir leben im Zeitalter der Globalisierung, und deswegen werden wir, ob wir wollen oder nicht, den Herausforderungen einer Welt der Interdependenz und Verwundbarkeit ausgesetzt. Insbesondere durch die Mitgliedschaft in der EU müssen wir aufgrund der fortgeschrittenen Wirtschaftsintegration zusammenarbeiten und -leben. Davon ausgehend eint uns mehr denn je unsere Verbundenheit im Leben und daher unsere gemeinsame Zukunft in Europa. Junge Menschen sollten deswegen lernen, auf gleichberechtigter Basis zu kooperieren, um Europa gemeinsam zu gestalten. Voraussetzung für ihre Zusammenarbeit ist, wie im letzten Artikel erklärt, Misstrauen und Vorurteile einander gegenüber zu überwinden,  indem die Fähigkeiten der Jugend zu einem menschenwürdigeren Umgang miteinander und ihr europäisches Denken gefördert werden. Der Schlüssel ist die Entwicklung eines vorurteilsfreien und offenen Umgangs mit Verschiedenheit im Sinne der Inklusionsidee  durch sinnvolles experimentelles Lernen, indem bei jungen Menschen Kompetenzen wie Konfliktfähigkeit, Übernahme von (sozialer) Verantwortung, Unternehmergeist, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, etc. gefördert werden. Hierfür spielen Projekte wie die transnationale Jugendinitiative „Wir für uns in Europa“ meiner Meinung nach eine große Rolle.

Junge Menschen sollen erleben können, dass Vielfalt in Europa als eine Chance zur gegenseitigen Bereicherung genutzt werden kann. Dieses Ziel erreichten wir in der transnationalen Jugendinitiative, indem wir – im Sinne einer gelebten Inklusion – die eigenen Talente und die der anderen zu erkennen und Raum für die Nutzung der Talente zu schaffen versuchten. Ich habe extra „versuchten“ gescOLYMPUS DIGITAL CAMERAhrieben, weil uns das nicht immer reibungslos gelang. Obwohl es deswegen zu Konflikten kam, war es gut so; denn das Projekt fing erst mit unserer Auseinandersetzung mit der jeweiligen Konfliktsituation an, erfolgreich zu werden. Unser Ziel war es, einen Konflikt so zu lösen, dass jeder Beteiligte die Position des anderen versteht und etwas Neues über sich selbst erfährt.

Es ist anstrengend, die eigenen Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen, zu reflektieren und schließlich sich besser kennen zu lernen. Es ist ein Lernprozess, die eigenen Talente und Grenzen zu erkennen und klare Wünsche zu formulieren. Es braucht Kreativität, guten Kontakt zu anderen und Geduld, adäquate Wege zu finden, die eigenen Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Es ist eine Frage der Lebenserfahrung, besonders im Falle von Meinungsverschiedenheiten die Grenzen und Wünsche von anderen zu respektieren und zu akzeptieren.
Es braucht Mut, sich selbst zu überwinden, um dem anderen einen Freiraum zu lassen, in dem er sich selbst erproben kann und  auf seine Art und Weise  handeln und sich selbst finden kann; d.h. es dem anderen zu ermöglichen, „Fehler“ zu machen oder auch „Aha-Effekte“ erleben zu lassen, nach dem Motto: „Es geht auch anders!“. Ja, es handelt sich um einen Lernprozess, verbunden mit jeder Menge Arbeit. Dieser ist aber sehr spannend, und es lohnt sich auf jeden Fall, ihn mitzuerleben, da man fürs ganze Leben lernt. Es handelt sich um einen Prozess, in dem jede(r) Projektteilnehmer(in) für sich lernen musste, die Balance zu finden, (soziale) Verantwortung für sich selbst und gleichzeitig für die anderen InitiatorInnen zu übernehmen, um gemeinsam das Projekt erfolgreich abzuschließen. Dieser Lernprozess ermöglichte wertvolle Erfahrungen, aus denen die Erkenntnis erwuchs, dass Vielfalt als ein Motor für Entwicklung, Selbsterkenntnis und für gelebte Menschenwürde dienen kann.

Ich bedanke mich herzlich nochmals bei allen ProjektteilnehmerInnen und Unterstützern unserer Initiativen für die Gelegenheiten, diese wertvollen Erfahrungen zu machen!

Liebe Grüße,

Anni

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