Kali erzählt… Meine Erfahrungen und Aufgaben während des Projektes „Wir für uns in Europa“

Als ich vor etwa eineinhalb Jahren von dem Projekt „Wir für uns in Europa“ hörte, existierte es nur als eine Idee. Trotzdem wusste ich bereits nach einigen Minuten, dass ich mich beteiligen will. Mit jedem weiteren Teilnehmer wuchs die Idee zu einem Konzept heran, das unter dem Namen „Wir für uns in Europa“ als Ergebnis einer mehr als guten Zusammenarbeit erfolgreich umgesetzt wurde. Ich freue mich sehr und fühle mich geehrt, die Chance bekommen zu haben, meine eigenen Ideen in dem Projekt einzubringen und zu realisieren, und etwas zu unserer gemeinsamen Zukunft beitragen zu können. Meine Beweggründe bei dem Projekt mitzumachen waren:

– junge Menschen zu inspirieren und zu bewegen, die eigenen Träumen zu verwirklichen, die eigene Zukunft selbst in die Hand zu nehmen

– sie motivieren gemeinsam bessere Zukunftsvisionen zu erarbeiten und diese  gemeinsam in die Tat umzusetzen

– mich als aktive europäische Bürgerin für das gemeinsame Wohl und für Chancengleichheit für benachteiligte und nicht benachteiligte  Menschen aus verschiedenen Kulturen zu engagieren

Ich hoffe, dass ich durch meiner Teilnahme und Mitarbeit mindestens ein Teil meiner Visionen verwirklicht habe.

An dem Projekt habe ich mich durch die folgenden Aufgaben beteiligt:

• Beteiligung an der internen und an der externen Kommunikation, sowohl in dem bulgarischen, als auch in dem deutschen Weblog, durch das regelmäßige Verfassen von Artikeln

• Beteiligung an der internen Kommunikation in der Internetplattform

• Unterstützung der Kommunikation zwischen den bulgarischen und den deutschen Teilnehmer und Teilnehmerinnen durch Übersetzungen von Artikeln jeweils aus dem Deutschen und aus dem Bulgarischen

• Schriftliche Zusammenfassung des Dokumentarfilms der BBC Die verlassenen Kinder Bulgariens (engl.: Bulgaria’s Abandoned Children) in Form eines Artikels (auf Deutsch):

• Schriftliche Zusammenfassung von dem Demofilm von „Ambulante Dienste e. V. und „Lebenswege GmbH“ – Rein ins Leben mit persönlicher Assistenz – Blitzlichter aus dem Alltag mit Assistenz von behinderten Menschen und ihren Assistenten in Form eines Artikels (auf Bulgarisch): http://europajugendbg.wordpress.com/2010/08/24/napred/

• Beschreibung und Zusammenfassung von zwei Episoden der bulgarischen Sendung Privatfall (bulg. Частен случaи [chasten sluchai]) – Kritik an zwei Programmen für persönliche Assistenten der bulgarischen Agentur für Sozialhilfe: https://europajugend.wordpress.com/2010/08/23/zwei-folgen-der-sendung-%E2%80%9Eprivatfall%E2%80%9C-des-bulgarischen-nationalfernsehens-bnt/

• Unterstützung bei der Redaktion von Artikeln (aus jeweils beiden Sprachen)

• Unterstützung bei der Korrektur von Übersetzungen von Artikeln (aus jeweils beiden Sprachen)

• Mitarbeit an der Organisation und Koordination der Fotoausstellung im Dezember 2010 – Unterstützung bei der Terminkoordination, bei der Auswahl der Bilder, dem Schreiben von den Begleittexten und bei dem Druck der Bilder

• Bearbeitung und Veröffentlichung des Dokumentarfilms Wir für uns in Europa ins Internet http://www.youtube.com/watch?v=oiwaBkE65UM&feature=related, http://www.youtube.com/watch?v=SspdOoi2l3I&feature=related

• Mitarbeit bei der Zusammenfassung der Untertitel des Dokumentarfilms Wir für uns in Europa für die deutsche und für die bulgarische Versionen.

• Unterstützung bei der Verteilung von Plakaten und Flyern vor dem Treffen im September 2010 und vor der Fotoausstellung

• Teilnahme an dem Treffen im September 2010 in Münster, an der Fotoausstellung im Dezember und an allen anderen Aktivitäten im Rahmen des Projekts. Diese Erfahrung war für mich genauso wichtig wie die Vorbereitung darauf.

Mit dem Projekt „Wir für uns in Europa“ hat sich für mich ein Jugendtraum erfüllt. Ich hatte mir – nicht nur einmal – die Fragen gestellt, wie Hilfsorganisationen und soziale Projekte entstehen, wie sie funktionieren und wie sie die Menschen aus ihren Zielgruppen erreichen, aber auch wie die Menschen, die mitmachen möchten, sie erreichen können. Die große Frage war immer „WIE?“.  In diesem Fall, war meine Teilnahme eher ein für mich glücklicher Zufall, weil man mich erreicht hat. Trotzdem habe ich als erstes gelernt, dass, wenn man sich engagieren möchte, es immer einen Weg gibt. Das Projekt und die Begegnung mit verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Altersgruppen, mit und ohne Behinderungen hat mich sehr bereichert und vieles gelehrt. Meine Sicht auf die Welt hat sich damit verändert. „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ – dieses Sprichwort verbinde ich mit meinen Erfahrungen in unserem Projekt. Man soll nicht nur die Oberfläche betrachten, es ist viel mehr Hilfe nötig, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Es ist natürlich lobenswert, ein paar Cent in eine Spendendose zu werfen. Aber nicht nur Materielles kann Menschen helfen. Deshalb ging es mir hauptsächlich um Organisationen und Projekte, die ihre Taten sprechen lassen. Eine helfend ausgestreckte Hand kann vielfach mehr bewirken, als materielle Dinge. Akzeptanz, Offenheit, Verständnis, wie auch die Gleichwertigkeit eines Individuums in der Gesellschaft sind für mich Bestandteile von  „Inklusion“. Die Erkenntnis, dass „verschieden sein“ normal ist, ist nicht jedem Menschen gegeben. Manche müssen es erst sehen und verstehen. Sie kann zu Akzeptanz und Offenheit den anderen gegenüber führen, die wiederum eine Bereicherung für das Wesen und das Leben jeden Einzelnen sein können. Es liegt in dem Bewusstsein vieler Menschen, gar von ganzen Gesellschaften, fest verankert, dass die „stärksten“ Individuen zuerst unterstützt werden, um voranzukommen. In dem heutigen Konkurrenzkampf  wird oft vergessen, dass man von jedem einzelnen Individuum etwas lernen kann, unabhängig davon, aus welcher sozialen Schicht die betreffenden Menschen stammen, ob sie mit einer Behinderung leben, welchen kulturellen Hintergrund sie haben, oder was ihrer Muttersprache ist. Jedem sollte/muss die Chance auf ein erfülltes, selbstständiges und selbstbestimmendes Leben gegeben werden.

Meine Erfahrungen im Projekt „Wir für uns in Europa“ haben mich dazu bewegt, mich in Zukunft mehr zu engagieren und mich weiter für eine „inkludierte Gesellschaft“ und eine aktive EU-Bürgerschaft einzusetzen.

Liebe Grüße!

Kali

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